{"id":1309,"date":"2023-01-16T13:02:25","date_gmt":"2023-01-16T12:02:25","guid":{"rendered":"https:\/\/primaklima21.net\/?p=1309"},"modified":"2023-06-07T18:27:14","modified_gmt":"2023-06-07T16:27:14","slug":"politisches-fruehstueck-klimagerechtigkeit-sozial-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/primaklima21.net\/?p=1309","title":{"rendered":"<strong>Politisches Fr\u00fchst\u00fcck Klimagerechtigkeit sozial gestalten!\u201c:<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Tradition des Politischen Fr\u00fchst\u00fccks haben 33 Menschen am 6.11. &nbsp;gemeinsam unter der Losung \u201eKlimaschutz statt Armut\u201c drei Stunden \u00fcber die soziale Seite der Energiewende, eine Energiewende jenseits von gr\u00fcner Marktwirtschaft und \u00fcber Herausforderungen f\u00fcr klima- und sozialbewegte Menschen und Organisationen diskutiert. Die energiepolitischen Ma\u00dfnahmen der Bundesregierung m\u00f6gen zwar Stellschrauben f\u00fcr Versorgungssicherheit&nbsp;in diesem Winter sein, zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit&nbsp;und f\u00fcr einen Einstieg in den \u00f6kologischen Umbau unserer Wirtschaft sind sie untauglich.&nbsp;Bea Sassermann machte denn auch gleich zu Beginn auf entscheidende Schieflagen in der Beziehung von Klimabewegung und sozialer Bewegung aufmerksam. Ulrich Franz fokussierte auf die Kritik am Dreifach-Wumms der Bundesregierung. Stephanie Walter skizzierte Ans\u00e4tze einer Postwachstumsgesellschaft, die sich auf wirkliche Bed\u00fcrfnisse beschr\u00e4nkt. Das Fazit der Gewerkschafter*innen f\u00fcr Klimaschutz: es braucht mehr gesellschaftlichen Druck, wie es die Gelbwesten in Frankreich eindrucksvoll demonstriert haben, und die systemkritische Zusammenarbeit von Gewerkschaften, sozialen und Klimabewegung. Mehr organisieren, hilft aus der gesellschaftlichen Vereinzelung! Nachbarschaft mu\u00df wieder zum Ort werden, wo Demokratie einge\u00fcbt wird. Auch Silke Iffl\u00e4nder, stellvertretende Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des ver.di Bezirk D\u00fcssel-Rhein-Wupper, stellte Systemkritik ins Zentrum. Seit 1760 hat der Kapitalismus &nbsp;einen gewaltigen Wohlstand hervorgebraucht, verbraucht aber wachsende Mengen von Energie und Rohstoffen. Damit fri\u00dft der Kapitalismus sich selber auf, das Wachstum ist am Ende, egal in welcher Form. Gr\u00fcnes Wachstum ist da auch keine L\u00f6sung, Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr Alle sind notwendig. Als Weg zum Systemumbau sind staatliche Regulierungen unabdingbar. Soziale Infrastruktur wie Wasser, Verkehr, Krankenh\u00e4user geh\u00f6ren in die \u00f6ffentliche Hand. Schlie\u00dflich stellte Emil aus K\u00f6ln die Kampagne \u201eRWE &amp; Co enteignen \u2013 Energieproduktion vergesellschaften!\u201c vor. Mit einer De-Privatisierung und Demokratisierung k\u00f6nne die Energieproduktion, die derzeit in H\u00e4nden von gewinnorientierten Gro\u00dfkonzernen liegt, gesellschaftlich verwaltet und sozial gerecht und \u00f6kologisch gestaltet werden. Konsum- und Regierungsentscheidungen allein reichten f\u00fcr Ver\u00e4nderungen im wirtschaftlichen Handeln nicht aus. In der anschliessenden Debatte wurden viele Aspekte vertieft. F\u00fcr die weitere Diskussion benannte Klaus He\u00df Fragestellungen, die in der breiten \u00d6ffentlichkeit systematisch ausgeblendet werden:<\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\">\n<li>Warum mu\u00df Klimaschutz immer viel Geld kosten?<\/li>\n\n\n\n<li>Wir werden in der gesellschaftlichen Debatte immer nur als Konsument*innen und W\u00e4hler*innen gesehen und k\u00f6nnen nur in diesen Funktionen Entscheidungen treffen. Wie werden wir wieder zu \u00f6konomischen Subjekten, die Entscheidungen \u00fcber die G\u00fcterproduktion f\u00fcr ihre Bed\u00fcrfnisse, \u00fcber ihre Arbeit und damit \u00fcber die Naturbearbeitung treffen (Arbeitsdemokratie)?<\/li>\n\n\n\n<li>Die Rolle bzw. Verantwortung einer kapitalistisch organisierten Unternehmensstruktur am Klimawandel: Wenn es einen Konsens gibt, dass Wachstumsorientierung in den Klimatod f\u00fchrt und dass Kapitalismus nicht ohne Wachstum geht, wie finden wir den Einstieg in eine neue \u00d6konomie?<\/li>\n\n\n\n<li>Kapitalismus erzeugt nicht nur Wohlstand, sondern reproduziert st\u00e4ndig mehr Ungerechtigkeit: Das Versprechen mit mehr Wachstum auch zu mehr wirtschaftlicher Teilhabe beizutragen, hat den Ressourcenverbrauch seit den 70er Jahren immens erh\u00f6ht und gleichzeitig ungerechte Verteilung gesteigert.<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Rolle spielen Initiativen, Kollektive oder Genossenschaften f\u00fcr die sozial\u00f6kologische Transformation, wie k\u00f6nnen neue Commons (repair cafe, upcycling-Initiativen, solidarische Landwirtschaft, Energiegenossenschaften) zu einer Postwachstumsgesellschaft beitragen? (<a href=\"https:\/\/infobuero-nicaragua.org\/2022\/11\/klimaschutz-statt-armut\"><strong>Ausf\u00fchrlicher Veranstaltungsbericht<\/strong><\/a>)<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Tradition des Politischen Fr\u00fchst\u00fccks haben 33 Menschen am 6.11. &nbsp;gemeinsam unter der Losung \u201eKlimaschutz statt Armut\u201c drei Stunden \u00fcber die soziale Seite der Energiewende, eine Energiewende jenseits von gr\u00fcner Marktwirtschaft und \u00fcber Herausforderungen f\u00fcr klima- und sozialbewegte Menschen und Organisationen diskutiert. 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